Heilpflanze des Monats (Folge 1): Weihrauch (Boswellia serrata)



Das Harz des Weihrauchbaumes ist ein jahrhundertealtes Heilmittel, das schon die Heiligen Drei Könige dem neugeborenen Jesuskind als kostbares Geschenk gaben. Traditionell in der indischen Medizin verwendet, wird Weihrauch auch hierzulande immer öfter angewandt, insbesondere bei entzündlichen Erkrankungen wie Arthritis oder Chronisch Entzündlichen Darmerkrankungen (CED). Da die Behandlung von entzündlichen Erkrankungen mit herkömmlichen Medikamenten oft von starken Nebenwirkungen begleitet wird, findet Weihrauch immer häufiger Anwendung und Anerkennung als wirksame Alternative. Es gibt sogar Indizien für eine zytotoxische Wirkung von Weihrauch auf Tumorzellen.

„Weihrauch programmiert das normalerweise entzündungsfördernde Enzym 5-Lipoxygenase um, so dass es entzündungshemmend wirkt.“ Das berichtet ein Forschungsteam der Universität Jena und der Louisiana State University in der Zeitschrift Nature Chemical Biology (doi 10.1038/s41589-020-0544-7; Quelle: Deutsches Ärzteblatt, 4. Juni 2020).

Weihrauch wirkt aber nicht nur entzündungshemmend, sondern auch schmerzlindernd, so dass in Absprache mit dem Behandler auch eine Substitution von nicht steroidalen Antirheumatika (NSAR) wie Ibuprofen, Diclofenac, ASS etc. durch entsprechende Weihrauchpräparate in Betracht gezogen werden kann. Darüber hinaus verfügt Weihrauch über antibiotische und antivirale Fähigkeiten.

Meine eigene Erfahrung mit Weihrauch: Im Jahr 2019 hatte ich aufgrund eines Sehnenrisses in meiner rechten Schulter starke Schmerzen, eine Operation war aufgrund meiner Ausbildung zum Heilpraktiker nicht zeitnah möglich. Nach verschiedenen medikamentösen Versuchen der Schmerzlinderung entschied ich mich für die Einnahme eines Weihrauchpräparates – nach etwa 2 Wochen war ich – bis zur Operation in 2020 – schmerzfrei.

Weihrauch-Kapseln können sowohl vorbeugend oder bei Erkrankungen eingenommen werden. Es gibt frei verkäufliche Produkte – diese sind als Nahrungsergänzungsmittel einzustufen. Weihrauch-Medikamente können in Deutschland nur auf ärztliches Rezept gekauft werden. Viele Hersteller von Weihrauch-Kapseln empfehlen eine Einnahme von 2–4 Kapseln täglich, bei einem Wirkstoffgehalt von 400–500 mg Weihrauch-Extrakt pro Kapsel. Da die Boswelliasäuren – der Wirkstoff des Weihrauch - aufgrund ihrer geringen Bioverfügbarkeit zum Großteil ungenutzt wieder ausgeschieden werden, sind Dosierungen von bis zu 500 mg pro Kapsel weit verbreitet.

Es gibt jedoch Präparate mit weitaus niedrigerer Dosierung pro Kapsel. Solche Weihrauch-Kapseln nutzen oft die sogenannte Mizellen-Technologie, um die Bioverfügbarkeit von Boswellia zu steigern, und den Wirkstoff dem Körper besser zugänglich zu machen. Eine Kapsel mit 50 mg Weihrauchextrakt und z.B. 20-facher Bioverfügbarkeit kann daher die gleiche Wirkung wie 1000 mg nativer Extrakt entwickeln.

In jedem Fall gilt zu beachten, dass die Dosierung und die Dauer der Anwendung mit dem Therapeuten (Heilpraktiker, Arzt) abgesprochen werden sollte.


Nächsten Monat stelle ich eine indische Wunderknolle vor: die Gelbwurz, besser bekannt als Kurkuma. Bis dahin!

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